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Gedichte von Walther Hans Reinboth

Zur Nacht

Spät in der Nacht und alles ging zur Ruh.
Aus schwarzen Lettern las ich fremdes Leid.
Im Dämmern kamen wie aus müdem Streit
Gestalten um Gestalten auf mich zu.

Ich hätte längst das Buch geschlossen schon -
wie ist doch alles flüchtig, Traum um Traum
und Bilder, alles Schein in dunklem Raum -
da ruft aus Wehmut mich ein leiser Ton:

Mein Kind warf sich im Bettchen träumeschwer.
Ich deckt es leise zu: Nun schlafe ! So !
Und legte mich zur Ruhe traurigfroh.
Das Leid hockt jetzt im Dunkel. Irgendwo.
Und keiner kann es bannen. Nimmermehr.

Abend auf See

Nach dieser Stunde wird die Sehnsucht brennen,
wenn mich mein Blut auf wirre Wege treibt.
Goldzauber sich in meine Seele schreibt,
ich weiß nicht Traum und Wirklichkeit zu trennen.
In leisem Spiel geht violette Wellen
durch gelbe, glatte Flut, ein Ruhn und Schwingen.
Lichtvolle Lieder aus der Seele quellen
wie einer Flöte abendmildes Klingen.
Und um den Kreis in Gnade zu vollenden
steigt über blauen Schatten Mondesglanz,
ein Fest der Trunkenheit, es will nicht enden
und in die Nacht hinüber lohnt sein Kranz.

Trennung

Ich hör Dich nachts in meine Stille weinen.
Du weintest, als die graue Stunde kam.
Der Tag war hart, der früh dich von mir nahm.
Die Sonne hörte auf für mich zu scheinen.

Ich höre Züge durch die Nächte fahren,
mir ist, als führst Du immer wieder fort.
Ich höre weinend noch Dein letztes Wort
und höre grausam nachts die Züge fahren.

Ich tröste mich: Die Ferne wird Dich lieben,
denn wo du weilst, wird Liebe um Dich sein,
die Sonne segnet Dich mit warmem Schein,
und meine Liebe ist bei Dir geblieben.

Doch nachts hör ich Dein leises, stilles Weinen,
Da seh ich Dich mit Augen ohne Schlaf,
wie Dich der Schmerz mit stummem Pfeile traf.
Wer löscht die Tränen, wenn die Sterne scheinen ?

Sie geben Dir des Tages fromme Speise,
wer löscht die Tränen, wenn der Nachtwind singt ?
Hörst Du es noch, wie meine Laute klingt ?
Ich singe Dich in Schlummer, leise, leise.

Malertag am Südharz

Grüner Hauch auf braunen Feldern,
blauer Himmel ausgespannt,
leiser Glanz auf fernen Wäldern,
leuchtend weiß der Wolken Rand.

Frische Furchen dunkel glänzen,
Feuer lohn, es weht der Rauch,
Birken stehn mit lichten Kränzen,
in der Luft schwingt Lerchenlaut.

Und der Landmann auf den Fluren
zieht die Linien mit dem Pflug,
so schreibt jeder seine Spuren
in das große Landschaftsbuch.

Und mit breiten Pinselstrichen
banne ich die ganze Pracht,
eh der schöne Glanz verblichen,
denn man sieht nichts in der Nacht.

So, das wärs, nun ists gelungen,
und ich hab mir eins gelacht,
hab den Namen hingeschwungen,
Tag und "fecit", heißt "gemacht".

Weiße Wolken

Ich liebe die weißen Wolken so sehr,
die oben im Blauen gehn,
sie kommen vom weiten Meere her,
wer weiß es, wohin sie wehn.

Ich liege im Grase und sehe hin,
wie sie sich drängen und drehn,
Lieder der Sehnsucht liegen darin,
sie müssen alle verwehn.

Sie fahren über die schöne Welt,
von Sonne und Mond beglänzt,
der Wind ihr Buhle im luftigen Zelt,
mit tausend Sternen bekränzt.

Sie schweben durch meine Träume hin,
Nachen ins Sehnsuchtsland,
ich höre die Mädchen singen darin
und winke mit müder Hand.

Uhlenflucht

Den Boden, den vom ersten Frost erstarrten,
betreten flücht´ge Sohlen, leise Füße.
Durch kahle Zweige winken warme Grüße,
der Nebelwind wird Liebenden zum Garten.

Die letzten roten Beeren glühn am Strauche,
jäh zeigt ein Vogelflug geheimes Leben.
Zwei Bussarde im letzten Lichte schweben.
Ein Flüsterwort der Liebe wird zum Hauche.

Die Dämmerung steigt auf aus Waldesdunkel.
Die Uhlenflucht beginnt, das große Schweigen.
Zärtlich die Liebenden die Stirne neigen,
da bricht aus dunklem Grund des ersten Sterns Gefunkel.

Ewig rauschen die Wasser


Die Menschen kommen, die Menschen gehen,
ewig rieseln die Wasser.
Die Jahre steigen, kreisen, verwehen,
ewig rieseln die Wasser.
Wandelnd wechselt der Jahresreigen,
ewig rieseln die Wasser,
die Sterne schwinden, die Sterne steigen,
ewig rieseln die Wasser.
Wir sehen im Kreise die Brüder, die Schwestern,
die Tage vergehen, die Monde, die Jahre,
wir sehen sie wandeln, als wäre es gestern,
wo sind sie? Man trug sie fort auf der Bahre?
Wir sahn sie doch kaum. Sind es schon Jahre?
Ewig nur rieseln die Wasser.
In träumenden Stunden kommen die Fragen,
da wird's man uns sagen: Geh dorthin! Geh dorthin!
Da sind sie und warten,
Du findest sie alle in jenem Garten,
sie stehen und schweigen.
Du siehst sie, wie sie die Stirne neigen,
sie reichen die Hände, Du findest kein Ende,
sie stehen und schweigen die Tage, die Jahre,
Vergangenheiten, sind's Ewigkeiten?
Ewig nur rauschen die Wasser.

Liebeslied

Hinter jenen Hügeln,
wo die Sterne stehn,
weiß ich Dich durch stille Gassen gehn.

Der Mond scheint in die Täler,
und die Nacht ist da.
Ich grüße Dich, mein Herze ist Dir nah.

Die dunklen Wälder liegen
zwischen Dir und mir,
o riefst Du mich, ich flöge hin zu Dir.

Der Mond hängt in den Birken
wie ein Totenlicht.
So traurig rauscht der Fluß,
hörst Du es nicht?

Die Nebel steigen auf,
die Sterne flimmern sacht,
o wärst Du da, wie strahlte mir die Nacht.

Tat ich Dir jemals weh, vergib, vergib!
Ich denk an Dich.
Ich habe Dich so lieb.

Gedämpftes Saitenspiel

Des Mondes Schwermut ist ein Bild von mir.
Siehst Du die Wolken ziehen durch die Nacht?
Durch meine Seele geht ein Lied von Dir.
Der Mond scheint hell, die Wolken ziehen sacht.

Vielleicht stehst Du am Fenster, denkst an mich?
Mein leises Singen trinkt die dunkle Nacht.
Zum Monde schau´ich und denk´an Dich.
Siehst Du die Wolken, wie sie wandern sacht?

Hörst Du die Ströme rauschen durch die Nacht?
Hörst Du den Nachtwind durch die Wälder wehn?
Ich träume, wie Dein roter Mund mir lacht.
Siehst Du den Mond still durch die Wolken gehen?

Des Mondes Schwermut ist ein Bild von mir,
vielleicht siehst Du ihn leuchten, denkst an mich?
Durch meine Seele geht ein Lied von Dir.
Die Wolken ziehen, und ich denk an Dich.

Ganz leise tritt Erinn'rung neben Dich
und singt Dir einen schönen, lieben Traum,
wie Bienen summen um den Blütenbaum.
Du lächelst wohl und denkst vielleicht an mich.